WIR WÜNSCHEN ALLEN
SCHÜLER:INNEN, ELTERN UND FREUNDEN
DER MUSIKSCHULE HOCKENHEIM
EIN GLÜCKLICHES UND GESUNDES
NEUES JAHR 2022

Jugend musiziert

Das lange Üben allein zuhause hat sich gelohnt

Die vergangenen Monate waren im wahrsten Sinne des Wortes ein Seuchenjahr. Keine Kultur, keine Veranstaltungen – brach lag das öffentliche Leben im Land.
Unter diesen Umständen bei der Stange zu bleiben, für den Tag X zu üben, für den Moment, wenn sich endlich der Vorhang wieder hebt,
kündet zum einen von einem großen Durchhaltevermögen, zum anderen von der Freude am Tun.
Esther Fuchs und Lea Hoffmann ist dies in preiswürdiger Weise gelungen – die beiden Instrumentalistinnen der Musikschule Hockenheim standen beim Wettbewerb „Jugend musiziert“ ganz oben auf dem Treppchen. 

Nicht nur deshalb war Musikschulleiter Christian Palmer überaus erfreut, für seine beiden erfolgreichen Schülerinnen einen kleinen Empfang ausrichten zu dürfen, sondern auch deshalb, weil dies der erste offizielle Termin an der Musikschule seit 19 Monaten war. Dennoch, ein Funken Wehmut schlich sich in die Feierstunde ein, denn normalerweise, so Palmer, würden die Schülerinnen im Rahmen eines Konzertes geehrt, doch in Zeiten der Corona-Pandemie so nicht darstellbar. 

Dennoch, die Freude über den Erfolg der elfjährigen Esther Fuchs, die mit ihrem Fagott überzeugte und der 17-jährigen Lea Hoffmann, sie spielt die Gambe, war riesig. Schon mit 18 Monaten kam Esther Fuchs zur Musikschule, erinnerte sich Palmer. Seit fünf Jahren hat sie ihre Liebe zum Fagott entdeckt – ein Instrument, das nicht jeder spielen wolle, obwohl es mit seiner tiefen Stimme im Orchesterklang ein „tolles Instrument“ sei.

  • Esther Fuchs (v. li.), Karen Keller, Christian Palmer, Lea Hoffmann und Martina Rothbauer beim Empfang für die beiden erfolg-reichen Musikerinnen.
  • Musikschulleiter Christian Palmer bedankt sich bei Esther Fuchs
  • Gambenlehrerin Martina Rothbauer
  • Vorsitzende Freundeskreis der Musikschule Karen Keller
  • Musikschulleiter Christian Palmer
  • Die Preisträgerinnen Esther Fuchs und Lea Hoffmann

Bewerbung per Video 
Unterrichtet wird Esther Fuchs von Annina Holland-Moritz, die ihr mit viel Einsatz über die Zeit der geschlossenen Musikschule hinweghalf. Und sie immer wieder motivierte, denn der Wettbewerb „Jugend musiziert“ wurde zweimal Corona-bedingt verschoben, was obendrein an den Nerven zehrte. Und dann gab es letztlich überhaupt keinen Präsenzwettbewerb: Die Fagottspielerin musste sich mit einem Video der Jury stellen. Dankenswerterweise konnte dieses in der evangelischen Kirche eingespielt werden – Kantor Samuel Sung-Nam Chor stelle die Infrastruktur zur Verfügung. Mit drei Stücken von Bodin de Boismortier und zwei Stücken von Grieg spielte sich Esther Fuchs auf den ersten Platz beim Landeswettbewerb. 
Was Lea Hoffmann mit ihrer Viola da Gamba gleichfalls gelang. Da dieser Wettbewerb vom Land Rheinland-Pfalz als Pilotwettbewerb ausgerichtet wurde – die Resonanz sollte erforscht werden – und Gambenspieler aus dem ganzen Bundesgebiet teilnehmen konnten, durfte sich Hoffmann noch über ein Sahnehäubchen freuen – sie sie nicht nur Landes-, sondern zugleich Bundessiegerin. 
Bei der großen Resonanz, die der Wettbewerb im Bereich Gambe erfuhr, ist sich Hoffmanns Lehrerin Martina Rothbauer sicher, dass er künftig zum Inventar von „Jugend musiziert“ gehören wird. Lea Hofmann kam 2008 zur Musikschule, durchlief die Stationen von der Früherziehung bis zur Kinderchor, bevor sie sich 2010 für die Gambe entschied. Mittlerweile ist das Mitglied des „Spielkreises Alte Musik“ ein „alter Hase“, wie Palmer scherzt, der den beiden Musikerinnen gratulierte und ihren Lehrerinnen für die super Vorbereitung dankte. 
Karen Keller gratulierte im Namen des Freundeskreises der Musikschule und bezeichnete dies als den schönsten Teil ihrer Tätigkeit, gesteigert nur noch vom Genuss der Musik selbst, freut sie sich auf die Wiederaufnahme der Konzerttätigkeit. Ab Herbst, macht Palmer ihr Hoffnung, will die Musikschule wieder zurück im Normalbetrieb sein. 

„Hut ab vor dieser Leistung“ 
Martina Rothbauer unterstrich noch die Leistung der beiden Siegerinnen: „Ich ziehe meinen Hut.“ Nach der langen Zeit des alleine Übens sich einem Wettbewerb zu stellen, diesen bis zum Schluss durchzuziehen, sei ganz toll, begeistert sich die Musikpädagogin.