WIR WÜNSCHEN ALLEN
SCHÜLER:INNEN, ELTERN UND FREUNDEN
DER MUSIKSCHULE HOCKENHEIM
EIN GLÜCKLICHES UND GESUNDES
NEUES JAHR 2022

Ein Märchen in fünf Kapiteln

Im Jahr 2019 gab es beim Wettbewerb „Jugend musiziert“ wieder die Kategorie Ensemble – Alte Musik, und wie drei Jahre zuvor im Jahr 2016 wollten die Schüler vom Ensemble „La Banda Barroca“ (LBB) teilnehmen, diesmal in der AG V in der Besetzung Greta Birkenmaier (Blockflöten), Johanna Birkenmaier (Bass-Viola da Gamba), Ramón Dencker Castro-Rial (Bass-Viola da Gamba), Lea Hoffmann (Diskant- und Bass-Viola da Gamba), Alica Mülbert (Blockflöten), Fabian Rothbauer (Gesang und Diskant-Viola da Gamba), Valentin Rothbauer (Barocktrompete, Percussion und Bass-Viola da Gamba) und Beate Schrepp (Bass-Viola da Gamba). Sie hatten mit ihren Lehrern Martina Rothbauer und Robert Sagasser ein abwechslungsreiches Programm mit Konzertsätzen, Variationen, Sonaten und Tanzsätzen von Heinrich Schütz, André Campra, Georg Philipp Telemann und Johannes Schultz herausgesucht und seit November 2018 insgesamt etwa 35 Stunden geprobt, um sich auf den Regionalwettbewerb in Mannheim vorzubereiten.

Der Regionalwettbewerb
Am Freitag, dem 25. Januar war es dann soweit. Noch in der Anspielprobe im Ernst-Toch-Saal in der Musikschule Mannheim hatten sie die Aufstellung verändern müssen: Im geistlichen Konzert von Heinrich Schütz wechselte der Sänger aus dem Halbkreis nach vorne in die Mitte und bei den zwei Tänzen aus der Ballett-Oper von André Campra der Perkussionist von der Seite in die Mitte nach hinten.
Aber um 18:30 Uhr waren alle Aufregung und aller Stress vergessen und LBB spielte einen ausgezeichneten Durchlauf seines Wettbewerbsprogramms. Nach seinem Vortrag stand Thomas Zelt, der Organisator des Regionalwettbewerbs auf: „Das war ein toller Abschluss des ersten Wertungstages, und dazu noch mit Trompete!“ und die Jury belohnte das Ensemble mit der Topwertung von 25 Punkten und der Weiterleitung zum Landeswettbewerb.
Nach diesem Erfolg wurde natürlich kräftig gefeiert und erstmal einen Monat lang nicht geprobt. Aber dann gab es ein Problem: Die Studienfahrten von drei Ensemblemitgliedern waren zeitgleich mit dem Landeswettbewerb in Baden-Württemberg! Zum Glück ergab sich die Möglichkeit, in Bayern zu starten und damit war die weitere Teilnahme am Wettbewerb gesichert.

  • La Banda Barocca
  • La Banda Barocca im Tonstudio
  • La Banda Barocca beim Regionalwettbewerb
  • La Banda Barocca beim Konzert in Salzburg
  • La Banda Barocca bei der Ehrung durch Ministerpräsident Winfried Kretschmann im Schloß Stuttgart
  • La Banda Barocca bei der Ehrung durch Ministerpräsident Winfried Kretschmann im Schloß Stuttgart
  • La Banda Barocca bei der Ehrung durch Ministerpräsident Winfried Kretschmann im Schloß Stuttgart
  • La Banda Barocca
  • La Banda Barocca

Der Landeswettbewerb
Diesmal wurden „nur“ etwa 14 Stunden geprobt, hinzu kamen vier Auftritte: bei Pater Anselm Grün in Reilingen, beim Musikabend im Gymnasium, beim Podiumskonzert der Musikschule im Pumpwerk und beim Preisträgerkonzert in der Festhalle Brühl.
Am 15. April ging es dann auf die weite Reise zum Landeswettbewerb in Bayern nach Hof. Dort fand das Wertungsvorspiel in einem sonnenbeschienenen, völlig überheizten und total überfüllten Seminarraum statt. Zudem war Beate Schrepp an Grippe erkrankt und nur durch entsprechende Medikamente überhaupt in der Lage zu spielen. 
Das Ensemble ging aber mit der schwierigen Situation professionell um und konnte sein Programm trotzdem auf einem beachtlichen Niveau darbieten. Die Jury fand die vom Landesverband zu verantwortenden Bedingungen geradezu irregulär, war aber von LBB sehr begeistert, hob das Temperament und die außergewöhnliche Bühnenpräsenz des Ensembles hervor und vergab wiederum die Höchstpunktzahl und die damit verbundene Weiterleitung zum Bundeswettbewerb. Als besonderes Bonbon erhielt das Ensemble von einem Jurymitglied noch die Einladung, in Salzburg ein Konzert in einer Konzertreihe für Alte Musik zu spielen.

Der Bundeswettbewerb
Die Planung und Vorbereitung für den Bundeswettbewerb in Halle war wie immer eine große logistische Herausforderung. Erst am 14. Mai, also knapp vier Wochen vor Beginn des Wettbewerbs, wurde der genaue Termin des Wertungsvorspiels bekanntgegeben. Jetzt konnten endlich ein Probenplan erstellt werden und die Suche nach einer passenden Unterkunft für drei Nächte für 25 Personen beginnen.
Das Ziel für LBB war klar: Diesmal sollte es auch beim Bundeswettbewerb ein erster Preis werden, denn nur die ersten Bundespreisträger aus Baden-Württemberg würden im Herbst nach Stuttgart ins Schloss zu einer Ehrung und einem Empfang eingeladen werden. Dafür wurde noch einmal 12 Stunden intensiv geprobt, und am Samstag, dem 14. Mai fuhren alle direkt vom Probenlokal in Hockenheim nach Merseburg ins Radisson Blu Hotel. Nach einer angenehm verbrachten Nacht spielten sich die Ensemblemitglieder auf ihren Zimmern ein. Am Nachmittag ging es dann nach Halle, wo im großen Saal des Jugendstilgebäudes „Volkspark“ um 17:35 Uhr das Wertungsvorspiel stattfinden sollte. Bei der Besichtigung des Saales gab es noch einen Schrecken: Es waren fast ausschließlich Klappstühle vorhanden, die zum Gambe spielen völlig ungeeignet sind. Die Musiker der anderen Ensembles hatten keine Stühle gebraucht oder kamen mit den zwei vorhandenen Klavierstühlen aus. Zum Glück waren die Organisatoren vor Ort sehr kooperativ und nach einiger Suche konnten acht geeignete Stühle aufgetrieben werden.
Das Wertungsvorspiel lief dann wieder sehr gut, obwohl alle vor dem Höhepunkt, auf den sie fast sieben Monate hingearbeitet hatten, doch etwas nervös waren. Im Jurygespräch am Montag lobten die Juroren das Ensemble für sein ausdrucksvolles Spiel und die tolle Kommunikation während des Musizierens. Aber über die Bewertung sagte das noch nichts aus. Und so waren alle sehr aufgeregt, als sich am Dienstag um 11 Uhr der Saal im Dormero Kulturzentrum für die Wertungsbekanntgabe füllte. Endlich wurden die 12 Ensembles der Altersgruppe V, die den Bundeswettbewerb erreicht hatten, auf die Bühne gerufen. Nachdem Edgar Auer, der Projektleiter von „Jugend musiziert“, die Namen unserer acht Ensemblemitglieder vorgelesen hatte, fuhr er fort: „Sind alle da? Dann gibt es einen ersten Bundespreis für euch!“ Das war es, das von allen ersehnte Happyend! Der Jubel und die Freude kannten bei Schülern, Eltern und Lehrern keine Grenzen.

Konzertreise nach Salzburg
Beim Landeswettbewerb im bayerischen Hof hatte der Salzburger Verein „Barock Pur“ das Ensemble „La Banda Barroca“ zu einem Konzert in die Mozartstadt eingeladen. Für diese Konzertreise wurde auch das Ensemblemitglied Ina Schlieper wieder integriert. Sie hatte wegen eines Auslandsaufenthaltes diesmal nicht am Wettbewerb teilnehmen können. Nach längerer Planung wurde Samstag, der 7. September als Konzerttermin gefunden und in mehreren Proben im Juli noch vor der Sommerpause das 25 minütige Wettbewerbsprogramm um weitere Kompositionen unter anderem aus England und Italien ergänzt und zu einer gut einstündigen Europareise ausgebaut.
In Salzburg wartete dann mit der modernen Kapelle des Bildungszentrums St. Virgil ein ungewöhnlicher, aber durchaus sympathischer Konzertort auf das Ensemble. Nach der ausführlichen Anspielprobe blieb für den Erfolg des Konzerts eigentlich nur noch eine Frage offen: Würden sich hier in der Fremde überhaupt Zuhörer für das zwar schon hochdekorierte, aber noch völlig unbekannte Ensemble und sein Programm „L’Europe galante – eine musikalische Europareise“ interessieren?
Aber dann verflogen alle Besorgnisse: Die Kapelle platzte aus allen Nähten, Stühle wurden herein- und Tische herausgeschleppt und Zuhörer in die allerletzten Winkel gequetscht. Nach dem gelungenen Konzert spendete das fachkundige und begeisterte Publikum unseren Musikern tosenden Beifall, was in einer Festspielstadt mit Konzerten von internationalen Topstars schon etwas Besonderes ist.

Ehrung im Schloss
Bereits in den Sommerferien kam von Ministerpräsident Winfried Kretschmann ein Brief mit der Einladung zu einem Preisträgerkonzert mit Ehrung durch die Landesregierung und anschließendem Empfang.
Am Freitag, dem 22. November war es dann soweit. Im Neuen Schloss Stuttgart wurden vor dem Weißen Saal an alle Preisträger fotografiert und erhielten Urkunden und Stipendien. Während des Preisträgerkonzerts fand die Ehrung der Musiker auf der Bühne statt. Anschließend gab es einen Empfang im prächtigen roten Marmorsaal, bei dem alle das wunderbare Ambiente, das leckere Fingerfood und die vorzüglichen Getränke genossen, die bis spät in den Abend hinein immer wieder gereicht wurden.

Wie geht es weiter? 
Sind Sie neugierig geworden und haben La Banda Barroca bisher verpasst? Kein Problem! 
Zur Zeit nimmt „La Banda Barroca“ im Tonstudio Alte Zigarrenfabrik in Sandhausen seine erste CD auf mit „L’Europe galante – eine musikalische Europareise“ auf, also dem Wettbewerbsprogramm und den Stücken, um die das Programm für die Konzertreise nach Salzburg ergänzt wurde. Der erste Teil der Aufnahme war am 22. Dezember, der zweite Teil folgt am 25. Januar. Die CD wird noch im Jubiläumsjahr der Musikschule Hockenheim vorliegen und dann über die Ensemblemitglieder, ihre Lehrer und in der Musikschule zu erwerben sein.

Die CD "L'Europe Galante" von La Banda Barocca ist zum Preis von 10,00 € in der Geschäftsstelle der Musikschule Hockenheim erhältlich.